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Gastbeitrag – Homeoffice im Alltag

Manchmal kommt man in Situationen…

Viele Unternehmen verwenden Citrix und Microsoft Teams um den Mitarbeitern das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen, so auch unser exemplarisches Unternehmen. Oft stoßen Angestellte und freie Mitarbeiter auf mehr oder weniger große Herausforderungen bei der Nutzung dieser Angebote. Eines dieser Herausforderungen ist, dass davon ausgegangen wird das jeder einen Windows-PC Zuhause stehen hat. Ich bin aber seit vielen Jahren Ubuntu-Nutzer.

Als pragmatischer Ubuntu-/Linux-Nutzer hat man immer noch ein Windows 10 im Dual Boot in der Hinterhand auf einen verstaubten Rechner-Fossil irgendwo im Keller.
Bisher wurde dieses Fossil nur für das gelegentliche Homeoffice und den einen oder anderen Programmtest reaktiviert. Vor Corona und Dauer-Homeoffice reichte dies vollkommen aus und funktionierte sehr gut.

Dies änderte sich Schlagartig, als ich von der Telekom einen neuen Router bekommen habe. Der Router war schnell eingerichtet und auch per WLAN unter Linux erreichbar. Beim Starten von Windows 10, aber dann die Überraschung: Das WLAN vom Nachbarn war Sichtbar, das eigene aber nicht. (Obwohl das gleiche WLAN unter Linux auf dem gleichen Rechner mit dem gleichen WLAN Stick funktioniert) Kurzerhand den WLAN-Stick an einem anderen Rechner-Organspender mit Windows 10 ausprobiert – auch dort war das WLAN vom Nachbarn sichtbar, aber das eigene nicht.

Das eigene WLAN funktionierte, aber zeitgleich einwandfrei auf mehreren Android-Geräten.

Mit einfach ist es wohl nicht getan

Die einfachste Lösung hätte ein LAN-Kabel sein können – wäre beim betroffenen Computer die LAN-Schnittstelle des Mainboards nicht nach einem Gewitter-Sturm beschädigt worden und die Telefondose am ungünstigsten Platz im ganzen Haus angebracht wurden. WLAN ist also ein Muss, egal wie ich es drehe und wende.

Der nächste Ansatz muss her: Citrix unter Linux hat auf dem Laptop bereits funktioniert, jedoch verbraucht Teams unter Linux mehrere Gigabyte Arbeitsspeicher und bringt so schon bei mittellangen Meetings den Laptop mit 4 GB RAM zum Absturz. Zudem möchte man Teams nicht unbedingt auf dem privaten Rechner installiert haben.

Citrix ist unter Linux ist kein Problem, es bleibt somit diese Problemzone Teams übrig.
Teams gibt es auch für Android und ein altes Android Gerät ist auch zu Hand. Der nächste Schritt war also Teams auf dem alten Smartphone Teams zu installiert.

Das Smartphone hat nun, aber zwei andere Probleme: Man möchte nicht mit dem Telefon am Ohr teilnehmen und man möchte die über Teams geteilten Inhalte (z.B. Präsentationen) sehen.

Um das Smartphone nicht mehr am Ohr halten zu müssen, lässt sich einfach das dem Smartphone beiliegende Headset einstecken – fertig. Das erlaubt es auch, das ältere Smartphone mit schwachen Akku am PC zur Stromversorgung anzuschließen.

Der Weg zur Lösung ist oft steinig…

Nun sieht man auch die Präsentation auf Smartphone – nur lesen kann man sie nicht.

Nun hat Teams, aber eine interessante Eigenschaft: Man kann als ein Benutzer mit zwei Teams Clients gleichzeitig an einem Termin teilnehmen! Teams auf dem Smartphone arbeitet nun als Headset und Kamera. Das andere Teams auf dem entfernten Computer am Arbeitsplatz der Firma erlaubt das Betrachten der Präsentation und schreiben im Chat. Perfekt!

Interessanterweise kann Citrix unter Linux auch mit einer ungewöhnlichen Monitor Konfiguration (Full HD + Vertikaler Bildschirm) um zu gehen. Zusätzlich unterstützt das Remote-Desktop unter Linux innerhalb von Citrix die Arbeit mit zwei Monitoren. Unter Windows war immer nur ein Monitor für Citrix-Full Desktop verwendbar, und wenn man 2 Monitor betrieb gewohnt ist, ist dieser Umstand schon hart. Die Verwendung von Linux bietet also einen ungeahnten Vorteil und erleichtert das Arbeiten.

So schön es ist, dass Citrix nun beide Monitore nutzt: Ich würde gerne weiterhin die Medienwiedergabe auf meinem Linux-Computer nutzen. Auf den Linux Desktop zurück zu kehren ist möglich, aber umständlich. Hier kommt aber KDE-Connect auf dem aktuellen Smartphone ins Spiel: KDE-Connect kann die Medienspieler unter Linux starten und pausieren.

Nun möchte man auch nicht Ständig das Headset umstecken oder wechseln – ein kleiner Trick hilft: Man steckt das In-Ear-Headset in die Ohren und das Over-Ear-Headset über die Ohren.

Jetzt muss ich also nur noch das Tablett mit der RSA-Token-App verwenden, um mich bei dem in der Welt meines Arbeitgebers anzumelden und ich kann meinen normalen Tätigkeiten im Homeoffice nachgehen.

Das Ergebnis:

Der Geräte-Zoo sieht nun also so aus:

  • ein Linux Computer mit zwei Monitoren, der via Citrix eine RDP Verbindung zu einer Workstation beim Arbeitgeber hat
  • ein Android Smartphone für Teams
  • ein Android Smartphone für die Kontrolle der Medienwiedergabe
  • ein In-Ear-Headset
  • ein Over-Ear-Headset
  • ein Android Tablett für die RSA-Token App

Homeoffice im Alltag - Aufbau des Systems

Pause

Das Aufbauen eines solchen Systems war anstrengend. Jetzt brauchen wir alle erst mal eine schöne Pause. Dieser Post soll nicht der letzte zum Thema bleiben.

Homeoffice im Alltag - Collie macht Pause

Zum Autor

Dieser Gastbeitrag hat Einblicke in das Arbeiten im Homeoffice für ein mittelständisches Unternehmen geliefert und wie man mit kreativen Lösungen und Kombinationen Stolpersteine überwindet. Der Gastautor ist Michael Frey. Einer der Experten im Bereich technischer Animation bei Wikipedia. Er hat eine eigenen Animationssoftware geschrieben mit denen Patentzeichnungen leben eingetaucht werden kann. Gerne können Sie die Animation ihrer Patentzeichnung bei uns buchen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Homeoffice im Alltag - Animation einer Patentzeichnung
Animation einer Patentzeichnung

Seinen besonderen Fokus legt Michael Frey auf Motoren und Laufmaschinen.

Homeoffice im Alltag - Beispiel Animation Gleichstrommaschine Flux Linien -
Animation_einer_Gleichstrommaschine mit Flux-Linien